Rudern in Sevilla

Wie verschlägt es Ruderer vom Mondsee und befreundeten Vereinen nach Sevilla? Eine lange Geschichte…

Im Herbst 2013 hatten wir Besuch von Jean Marc LERO beim RCMO. Francoise und Leopold nahmen ihn zur 6 Seenregatta nach Waging mit und er erzählte uns von seinem Club de Remo,Cuidad de Seville. Kommt uns doch im Frühjahr besuchen solange noch Eis am Mondsee das Rudern behindert!

Spontan wurde von einigen Mitgliedern Interesse bekundet und die Pläne wurden konkreter. Über Vermittlung von Jean Marc wurde diese Idee mit dem Präsidenten des Clubs Cuidad de Remo de Sevilla Sen. Javier CACARES besprochen und wir erhielten eine freundliche offizielle Einladung.

Also machten wir uns im Zeitraum vom 27. März bis 8. April auf nach Andalusien. Zeitraum deshalb, da einige früher anreisten und einige noch ein paar Tage in Spanien dran hängten. Das gemeinsame Programm gab es von Samstag Abend bis Mittwoch in der Früh, da zu diesem Zeitpunkt alle Teilnehmer in Sevilla waren.

Wer waren wir? Zum Großteil natürlich Mondseer (Katharina und Christian, Andrea und Rüdiger, Alexandra und Hans, Brigitte und Tom, Andrea A., Michaela H., Erika, Andi, Franz, Mike, Maria aus Graz und unsere Münchner Mitglieder Hanswolfram und Maike) sowie Doris und Kurt vom Wiener Ruderverein LIA und Klaus und Gerhard vom Frankfurter Ruderverein von 1865. Wer jetzt richtig mitgezählt hat, kommt auf 21 Ruderer – also eine sehr beachtliche Anzahl.

Los ging es inoffiziell schon am Freitag Abend mit dem Besuch eines Tapasrestaurants, den die Ruderer aus Sevilla organisiert hatten. Am nächsten Tag sahen wir erstmals den Ruderclub, und die Platzverhältnisse in der Bootshalle erinnerten uns sehr an zu Hause. So schraubten wir für unsere erste Ausfahrt einen Vierer mit zusammen, der extra wegen einer Teilstelle 1 Meter hinter dem Bug angekauft worden war – so passte er nämlich gerade in die Halle!

Als alle ihren Bootsplatz hatten, erkundeten wir unser Ruderrevier für die nächsten Tage. Dabei handelt es sich um einen Altarm des Guadalquivir, der ausschließlich dem Wassersport vorbehalten ist. Am Samstag wurde eine große Kanuregatta veranstaltet, so dass wir nur den unteren Teil der Ruderstrecke berudern konnten. Am nächsten Tag war dann der ganze Abschnitt beruderbar und wir nutzten das gleich für eine Achterausfahrt vom Ruderzentrum aus. Dazu muss man wissen, dass in Sevilla viele Nationalmannschaften im Winter trainieren und 2013 dort die Europameisterschaft im Rudern ausgetragen wurden.

Da Sevilla einen eher nassen Winter hinter sich hatte, wurde aus der geplanten Wanderfahrt auf einem Nebenfluss des Guadalquivir wegen Hochwasser leider nichts und wir beschränkten uns auf unsere tägliche 14 KM Runde. Aber das machte überhaupt nichts aus, denn wir brauchten jede freie Minute, um diese unglaubliche Stadt zu entdecken.

Auch die Gastfreundschaft der Ruderer vom Club Cuidad de Remo de Sevilla war bemerkenswert. So waren wir am Dienstag abend zu einem Essen im Verein eingeladen, dass uns zu Ehren veranstaltet wurde und bei dem jeder ein Erinnerungsgeschenk bekam. Wenn man bedenkt, dass der Verein nicht wie bei uns organisiert ist sondern als Firma, die Rudern gegen Bezahlung anbietet, war das noch erstaunlicher. Sogar Ausflüge wurden für uns organisiert!

Zwei kleine Wermutstropfen mischten sich in unsere Urlaubsstimmung. Rüdiger beleidigte sich bei der ersten Ausfahrt seinen Rücken und verbrachte den Großteil der Woche im Bett und ein heimtückischer Magen-Darm-Virus, der gerade in Sevilla grassierte, bescherte der halben Truppe einen außerplanmäßigen Ruhetag.

Aber trotzdem haben wir unseren Ausflug nach Spanien nicht bereut. Denn wie sagte Michaela so schön: „In der einen Woche habe ich mehr erlebt als sonst in 3 Wochen Urlaub!“

Und natürlich gibt es auch Fotos vom großen Abenteuer.

 

Login